Einzelunterricht + Kammermusik + Orchesterspiel für Kinder und Jugendliche aus drei Nationen

Auf drei Säulen ruht das pädagogische Konzept der Stringtime, der Akademie für begabten Streichernachwuchs aus Deutschland, den Niederlanden und Polen.

Immer um die Osterzeit widmet sich die Akademie in Goch am Niederrhein (NRW) der Förderung von herausragenden Nachwuchstalenten bis ca. 15 Jahre. Alle Teilnehmer werden anhand einer förmlichen Bewerbung durch die Projekt- und Fachleitung ausgewählt, 15 je teilnehmende Nation.

Jede(r) Teilnehmer(in) erhält mindestens 5 x 45 Minuten Einzelunterricht, 5 x 60 Minuten Kammermusikunterricht und etwa 6 x 60 Minuten geleitete Orchesterproben. Die Kinder wohnen bei Gastfamilien in denen sie liebevoll betreut werden. Außerdem ist Erholung vom prallen Unterrichts- und Konzertprogramm bei gemeinsamen Freizeitaktivitäten, etwa bei einem Ausflug, gesichert.
Die Stringtime bietet ihren jugendlichen Teilnehmern die Möglichkeit, Anregungen, Beurteilung und Unterricht bei international renommierten und für die Arbeit mit Jugendlichen anerkannten Dozenten zu bekommen; hierfür steht ein 11-köpfiges hochkarätiges Dozententeam von den Musikhochschulen der drei Partnerländer zur Verfügung. Darüber hinaus können die Jugendlichen gleichaltrige Talente kennen und einschätzen lernen, mit ihnen gemeinsam Kammermusik erarbeiten und in einem internationalen Streichorchester zusammen musizieren. Wegen dieses umfassenden Ansatzes, nämlich des Studiums bei namhaften Dozenten (siehe Rubrik Dozenten) einerseits und des von- und miteinander Lernens andererseits, wählten die Initiatoren die Bezeichnung "Akademie".
Kostproben ihres Könnens stellen die Akademie-Teilnehmer bei diversen Konzerten im Akademiegebäude KASTELL und in der Region vor. Glanzvoller Höhepunkt dieser Konzertserie ist schon traditionell das Abschlusskonzert mit dem Stringtime-Streichorchester am Ostersonntag um 14.00 Uhr im KASTELL in Goch.

 

Es begann mit einer Vision...

von links nach rechts: Helmut Lintzen, Prof. Boguslaw Jan Strobel, Georg Michel

Was mit einer anfangs skeptisch belächelten Idee begonnen hatte wurde schon im ersten Jahr Realiität und ist es bis heute geblieben: Eine Streicher-Akademie auf höchstem Niveau für Nachwuchstalente aus Polen, den Niederlanden und Deutschland. Diesen nachhaltigen Erfolg hatten sich die Initiatoren beim Start des Pilotprojektes im Jahre 1995 nicht wirklich ausmalen können. Das Konzept der Akademie hat ihnen jedoch Recht gegeben. Heute zählt die Stringtime NiederRhein nicht nur zu den kulturellen Highlights der Region sondern hat darüber hinaus Strahlkraft weit über die Landes- und Bundesgrenzen hinaus.
Begonnen hatte alles mit dem Wunsch des damaligen Kulturabteilungsleiters Helmut Lintzen, eine unverwechselbare und dauerhafte Veranstaltung für das neue Gocher Kultur- und Kongresszentrum KASTELL zu etablieren. Gemeinsam mit Prof. Boguslaw Jan Strobel, Dozent an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf, wurde so manche Idee wieder verworfen, nur die  "Zielgerade" war klar: Ein Musikprojekt für Jugendliche bis 15 Jahre. Prof. Strobel hatte die Idee mit den Streichern, und knüpfte den Kontakt zum Streicherpädagogen Georg Michel. Dieser wiederum war nach seiner ersten Einladung als Dozent beim Meisterkurs "Zenon Brzewski" im polnischen Lancut von einem regelmäßigen Austausch mit Ausbildungsmethoden anderer Länder begeistert. Es war die Geburtsstunde der Stringtime, deren Konzept von den drei "Gründungsvätern" und ihren Nachfolgern im Laufe der Jahre immer weiterentwickelt wurde und wird.